PWP-Sonderheft: Call for Papers
Für das PWP-Sonderheft "Evidenzbasierte Bildungspolitik: Perspektiven der Bildungsökonomie" können bis zum 01.10.26 Paper eingereicht werden.
Gast-Herausgeberinnen
Prof. Dr. Kerstin Schneider (RWI und Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. C. Katharina Spieß (BiB und Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Bildung ist eine der zentralen Ressourcen der deutschen Volkswirtschaft und von grundlegender Bedeutung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, soziale Teilhabe und langfristige Innovationsfähigkeit. Seit Langem ist belegt, dass Investitionen in Bildung hohe Renditen erzielen – für Individuen ebenso wie für Gesellschaft und Wirtschaft insgesamt.
Umso problematischer ist es, dass in Deutschland weiterhin erhebliche Bildungspotenziale ungenutzt bleiben. Der Bildungserfolg hängt nach wie vor stark vom Elternhaus ab, im internationalen Vergleich verliert Deutschland an Boden, und der Anteil der Bevölkerung ohne beruflichen Abschluss ist weiterhin hoch. Auch Weiterbildung und Fortbildung bleiben gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der wachsenden Bedeutung lebenslangen Lernens zu selektiv. Zugleich sind die öffentlichen Mittel begrenzt. Gerade deshalb kommt es auf eine Bildungspolitik an, die ihre Entscheidungen konsequent an belastbarer empirischer Evidenz ausrichtet.
Für eine wirksame und effiziente Weiterentwicklung des Bildungssystems braucht die Politik mehr kausale Evidenz zu den Effekten von Reformen, Programmen und institutionellen Rahmenbedingungen. Denn Reformbedarf besteht in nahezu allen Bildungsbereichen – von der frühen Bildung über Schule, Ausbildung und Hochschule bis hin zur Weiterbildung
im Erwachsenenalter.
Ziel dieses Sonderheftes ist es, aktuelle bildungsökonomische Beiträge zusammenzuführen, die für eine empirisch fundierte Bildungspolitik von hoher Relevanz sind. Gesucht werden insbesondere empirische Arbeiten, die substanzielle Beiträge zu zentralen bildungspolitischen und bildungsökonomischen Fragestellungen leisten.
Dazu zählen etwa folgende Themenfelder: individuelle und gesellschaftliche Bildungsrenditen, die volkswirtschaftlichen Erträge besserer Bildung, wirksame Ansatzpunkte in der frühen Bildung, Reformoptionen im Schulbereich, die Wirkungen außercurricularer Bildungsaktivitäten, die Zukunftsfähigkeit des dualen Ausbildungssystems, Reformbedarf im Hochschulbereich, Herausforderungen des lebenslangen Lernens in einer alternden Gesellschaft, nicht-monetäre Effekte von Bildung, etwa in Bezug auf Gesundheit, Integration und gesellschaftliche Teilhabe, sowie Bildung in einer zunehmend digitalen Zukunft.
Das Sonderheft soll die Breite und Relevanz der empirischen Bildungsökonomie sichtbar machen und zugleich verdeutlichen, welchen Beitrag sie für eine evidenzbasierte Bildungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik leisten kann.
Die Veröffentlichung des Sonderhefts ist für Q2 2027 geplant.
Einreichungen sind bis zum 01.10.2026 möglich.