Preis der Schmölders Stiftung 2026
Der Preis der Schmölders Stiftung geht an Felix J. Bierbrauer, Pierre C. Boyer und Emanuel Hansen für ihr Paper „Pareto-improving Tax Reforms and the Earned Income Tax Credit“.
Der mit 3.000 Euro dotierte Preis der Schmölders Stiftung wurde in diesem Jahr durch den Finanzwissenschaftlichen Ausschuss unter dem Vorsitz von Silke Übelmesser vergeben. Ausgezeichnet werden Aufsätze aus dem Gebiet der verhaltensorientierten Ökonomik mit Bezug zur Finanzwissenschaft.
Das 2023 in der "Econometrica" veröffentlichte Paper von Felix J. Bierbrauer, Pierre C. Boyer und Emanuel Hansen „Pareto-improving tax reforms and the Earned Income Tax Credit“ leistet einen grundlegenden Beitrag zur Finanzwissenschaft. Die Autoren entwickeln darin einen neuen Ansatz zur Identifikation Pareto-verbessernder Steuerreformen und formulieren erstmals notwendige und hinreichende Bedingungen für deren Existenz – mit der prägnanten Einsicht: „Two brackets are enough“. Angewendet auf die Einführung des Earned Income Tax Credit (EITC) in den USA 1975 zeigen sie, dass das Steuersystem vor der Einführung nicht Pareto-effizient war und die konkrete Reform keine Pareto-Verbesserung darstellte. Zugleich machen sie deutlich, dass eine breiter angelegte Ausgestaltung der Erwerbszuschüsse durchaus das Potenzial für eine echte Pareto-Verbesserung gehabt hätte. Über den konkreten Anwendungsfall hinaus eröffnet der Ansatz ein breites Feld weiterer Anwendungen in der Steuer- und Transferanalyse.
Mit der Kombination aus Theorie, institutioneller Expertise und evidenzbasierter Wirkungs-analyse steht die Arbeit in bester Tradition des Schmölderschen Ansatzes einer verhaltens-orientierten Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaft und zeigt überzeugend deren Potentiale für die finanzwissenschaftliche Forschung auf. Herzlichen Glückwunsch!