Weihnachtsvorlesung der Uni Koeln

Weihnachtsvorlesung der Universität zu Köln


Alle Jahre wieder laden Homo Oeconomicus Achim Wambach und Weihnachtsmann Axel Ockenfels die Studenten der Universität zu Köln sowie Schüler und Lehrer aus der Umgebung zu einem vorweihnachtlichen Zwiegespräch über den Sinn und Zweck von Weihnachtsgeschenken ein. In der in jedem Jahr gut besuchten Aula der Universität bringen beide in der einstündigen Weihnachtsvorlesung abwechselnd ihre Argumente für und wider Geschenke vor, um das geneigte Publikum von ihrer Meinung zu überzeugen. Dazu werden lustige Anekdoten, passende Filme und präzise ökonomische Argumente präsentiert, die die jeweilige Einschätzung stützen sollen.

Effiziente Weihnachten

Homo Oeconomicus ist sich dabei sicher, dass durch Weihnachtsgeschenke unnötig allzu große Werte zerstört werden. Sei es das überflüssige Paar Socken, der ungewollte Mixer oder der skurrile Deko-Artikel, der direkt nach Weihnachten im Keller verstaubt. Wenn man sich schon etwas schenken muss, sollte es laut Homo Oeconomicus Geld sein. Dies sei in vielen Kulturen nicht unüblich und sorge dafür, dass sich jeder genau das kaufen kann, was er am liebsten hätte.

Presents

Weihnachten bei Familie Oeconomicus sieht so zwar eher traurig aus, ist aber effizient: Die Tochter schenkt dem Sohn ein paar Scheine, der sich mit einem Scheck revanchiert. Die Mutter teilt allen Anwesenden mit, dass sie ihnen Geld überwiesen hat. Anschließend bestellt jeder beim individuell gewählten Lieferdienst und geht nach dem Essen den persönlichen Interessen nach.

Doch es stimmt tatsächlich, da stimmt auch der Weihnachtsmann zu, exzessives Schenken von ungewollten Dingen und ungewolltes Beieinandersitzen verursachen große Wertverluste. Andererseits, so meint er, scheinen das Schenken und das Beieinandersein auch einen gewissen Wert zu haben. Was hilft also bei der Minimierung des Wohlfahrtsverlusts, wenn man dennoch etwas anderes als Geld schenken will?

Im Verlauf der Diskussion werden vier Regeln für den effizienten Schenker vorgebracht, die dem Leser hier in Anbetracht der anstehenden Weihnachtszeit nicht vorenthalten werden sollen:

Regel 1 (Wohlfahrtsverluste vermeiden): Schenke Gutscheine, um wenig Wert zu verlieren und dennoch sicherzustellen, dass das Geschenk dem Beschenkten zu Gute kommt und seinem Geschmack entspricht. Alternativ kann nach einem Wunschzettel gefragt werden.

Regel 2 (Schenke, wovon du Ahnung hast): Nutze deine Expertisen und schenke Dinge, die die beschenkte Person aufgrund ihrer höheren Suchkosten nicht so leicht finden kann. Dies betrifft zum Beispiel Wein-, Literatur- und Teekenner.

Regel 3 (Geschenke sind Signale): Zeige dem Beschenkten deine Wertschätzung, indem du etwas mit ihm unternimmst, was ihm besonderen Spaß bereitet, dir aber für gewöhnlich nicht in den Sinn käme.

Regel 4 (Schenke personenspezifisch): Sorge dafür, dass dein Geschenk nicht allzu leicht in der Haushaltskasse landet. Dies wäre im Falle von Geldgeschenken oder gut verkaufbaren Gegenständen eine Gefahr. Schenke also am besten etwas, wovon du Ahnung hast und signiere es.

Diese Regeln helfen auch Ihnen hoffentlich bei der effizienten aber dennoch geldlosen Geschenkfindung. Sicher ist aber, dass das launische Zwiegespräch zu Vor- und Nachteilen von Geschenken hilft, den Erstsemestern und Schülern Konzepte wie Opportunitätskosten, Signale senden, und auf-Andere-bezogene Präferenzen in amüsanter Form nahezubringen. Der anschließende Glühweinempfang lädt darüber hinaus zur gemeinsamen Vertiefung der gewonnen Erkenntnisse ein. In diesem Sinne -  optimale Weihnachten!

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