VfS-Jahrestagung 2019: Hermann Heinrich Gossen-Preis

VfS-Jahrestagung 2019: Hermann Heinrich Gossen-Preis

 

Hermann Heinrich Gossen-Preisträger des Jahres 2019 ist Prof. Davide Cantoni, Ph.D.,  LMU München.

 

 

Der Ökonom Davide Cantoni wird auf der diesjährigen Tagung des Vereins für Socialpolitik in Leipzig mit dem Hermann Heinrich Gossen-Preis ausgezeichnet.

 

Mit dem Hermann Heinrich Gossen-Preis zeichnet der Verein für Socialpolitik einmal jährlich eine/n Wirtschaftswissenschaftlern/-in unter 45 Jahren aus dem deutschen Sprachraum für international anerkannte Forschungsleistungen aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Ziel des Preises ist es, die Internationalisierung der deutschsprachigen Wirtschaftswissenschaften zu fördern. Der wichtigste Maßstab für die Vergabe des Preises sind Veröffentlichungen in international anerkannten Fachzeitschriften.

 

Der Preis ist nach dem preußischen Anwalt Hermann Heinrich Gossen (1810 – 1858) benannt. Mit seinem Werk „Die Entwicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs, und der daraus fließenden Regeln für menschliches Handeln“ gilt Gossen als einer der wichtigsten Vorläufer der modernen Grenznutzenschule.

 

„Genauso wie Hermann Heinrich Gossen, nach dem der Preis benannt ist, ein Grenzgänger zwischen Jura und den Wirtschaftswissenschaften war, verbindet auch der diesjährige Preisträger in seiner Forschung mehrere Welten: Geschichte, Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre“, laudatiert die VfS-Vorsitzende Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, Ph.D.

 

Nach seinem Diplom in Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim ging Davide Cantoni  für seine Promotion an die Harvard University. Diese schloss er 2010 ab. Anschließend arbeitete er als Assistant Professor an der Universitat Pompeu Fabra in  Barcelona und zog 2011 wieder nach Deutschland, um dort einen Lehrstuhl am Seminar für Wirtschaftsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München zu übernehmen. Als Gastprofessor kehrte er zeitweise in die USA zurück, um in Berkeley zu forschen.

 

Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Wirtschaftsgeschichte und der Politischen Ökonomie, wo er unter anderem zu den langfristigen Auswirkungen von Institutionen, Bildung und Kultur forscht.

 

Seine wissenschaftliche Exzellenz belegen zahlreiche Publikationen in renommierten Fachzeitschriften wie dem American Economic Review, dem Quarterly Journal of Economics, und dem Journal of Political Economy.

Für seine Forschung zur demokratischen Bewegung in Hong Kong erhielt er 2016 einen der begehrten und hochdotierten ERC Starting Grants des European Research Council. Über seine Forschung wird auch in der internationalen Presse regelmäßig berichtet, was ihre Relevanz auch für die breite Öffentlichkeit unterstreicht.

 

Er ist Mitglied in Herausgebergremien mehrerer Fachzeitschriften wie der Review of Economic Studies, dem Journal of the European Economic Association und den Explorations in Economic History und leistet dadurch auch einen wichtigen Beitrag für die wissenschaftliche Gemeinschaft.

                                                                                                                                       

Der Hermann Heinrich Gossen-Preis wurde am Montag, den 23.09.2019, um 16.00 Uhr im Rahmen der VfS-Jahrestagung in den Räumlichkeiten der Universität Leipzig (Campus Augustusplatz) verliehen.