Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina veröffentlicht Stellungnahme zur Bedeutung von Längsschnittstudien

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina veröffentlicht Stellungnahme zur Bedeutung von Längsschnittstudien

 

Ein wichtiges Anliegen unserer Vereinigung ist es, durch ökonomisch fundierte Analysen zur Verbesserung wirtschaftspolitischen Handelns und einer fundierten öffentlichen Debatte beizutragen. Für diese Analysen und Evaluationsstudien ist eine ausreichende Datenbasis unabdingbar.

 

In einer wichtigen Stellungnahme hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina nun die Bedeutung von Längsschnittstudien dargelegt. Die Leopoldina macht in dieser Stellungnahme klar, dass bevölkerungsweite Längsschnittstudien das Rückgrat der empirischen Forschung in zahlreichen politikrelevanten Wissenschaftszweigen sind. Da es trotz zahlreicher Fortschritte bei der Bereitstellung der Daten noch umfangreiches Verbesserungspotenzial in Deutschland gibt, entwickelt die Leopoldina Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Struktur und Harmonisierung von Datenbereitstellung und Forschungsförderung.

 

Erst kürzlich hatte der Verein für Socialpolitik in einem offenen Brief zur Novelle des Bundesstatistikgesetzes die vorgesehene Verkürzung der Speicherfrist auf  10 Jahre für Unternehmensindikatoren kritisiert und eine Speicherfrist von 30 Jahren empfohlen. Die Verkürzung hätte große Einschränkungen für die empirische Wirtschaftsforschung zur Folge gehabt. Der Bundestag ist bei der Beschlussfassung der Empfehlung gefolgt, die Speicherfrist von Unternehmensdaten im Unternehmensregister auf 30 Jahre festzusetzen.

 

In den letzten Jahren hat der Verein für Socialpolitik das Thema Evidenzbasierte Wirtschaftspolitik zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht.  Im September des vergangenen Jahres wurden beispielsweise die Leitlinien und Empfehlungen des Vereins für Socialpolitik für Ex post-Wirkungsanalysen beschlossen. Diese sollen eine transparente Grundlage für die Interpretation, Bewertung und Diskussion der Qualität von Evaluationsstudien schaffen. Außerdem schließen sich an die Leitlinien Empfehlungen für die Entscheidungsträger und –trägerinnen in Politik und Verwaltung an, die für die Planung und Durchführung der Maßnahmen sowie die Auftragsvergabe der Evaluationsstudien verantwortlich sind.