Gähn: schon wieder eine Klage über VWL Unterricht von den Pluralen

Gähn: schon wieder eine Klage über VWL Unterricht von den Pluralen

 

Hier in der FAZ. Das mit zuviel BWL ist natürlich ein zweischneidiges Schwert wegen des Arbeitsmarktes, das sollte man nicht außer Acht lassen, obwohl man das vielleicht den mündigen Studenten überlassen und einfach mehrere Tracks anbieten sollte.

In einem stimme ich den Pluralen allerdings zu, was die vielleicht überraschen mag. Es wird tatsächlich zu viel gerechnet in der VWL. Hier mal ein Beispiel aus der Makroökonomik: ich habe nie verstanden, warum man die Studenten ein gleichgewichtiges Einkommen in einem Keynesschen Multiplikatormodell ausrechnen lässt (als Beispiel). Ich glaube mit ein bisschen Geduld könnte ich das einer Kuh beibringen. Da lernt man in der Tat nichts konzeptionell. So habe ich Makroökonomik nie unterrichtet. Der fatale Irrtum der Pluralen: die meinen, dass nur Wirtschaftsgeschichte, Dogmengeschichte und so was reflexiv (und letztlich wollen sie sagen intellektuell stimulierend) sind. Aber das ist natürlich Quatsch. Wenn man zum Beispiel Makroökonomik als Theorie systemischer Interdependenz lehrt (und man kann meine Frankfurter Studenten fragen, die mir das so als Feedback mitgegeben haben), dann ist das schon ganz schön reflexiv. Also: halbe Zustimmung - dummes Rumrechnen braucht kein Mensch an der Uni.

 

Autor: Rüdiger Bachmann (Nachwuchsbeauftragter). Die hier geäußerten Meinungen sind nicht unbedingt die Sicht des Vereins für Socialpolitik.