Ethikkodex

Ethikkodex

 

Der Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik kodifiziert Verhaltensnormen für gutes, aus Sicht des Vereins ethisch vertretbares wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschaftswissenschaften. Der Kodex ist Teil der Vereinssatzung.

 

 

Leitgedanken

Die in der Präambel formulierten Leitgedanken des Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik sind Transparenz, Objektivität, Unabhängigkeit, und Fairness. In neun Unterpunkten regelt der Kodex den Umgang von Wissenschaftlern untereinander, etwa durch Vorgaben zur Verwendung und Zitation eigener und fremdverfasster Arbeiten und auch das Verhältnis von Wissenschaftlern zum Umfeld. So verlangt der Kodex beispielsweise die Offenlegung aller Finanzierungsquellen, welche die Ergebnisoffenheit und Unbefangenheit wissenschaftlicher Expertisen gefährden könnten.

 

 

Selbstverpflichtung

Die Annahme des Ethikkodex und die damit einhergehende Selbstverpflichtung, das eigene wissenschaftliche Arbeiten an den im Kodex aufgestellten Leitlinien auszurichten, ist Bedingung für eine Mitgliedschaft im Verein für Socialpolitik.

 

 

Reichweite

Der Ethikkodex ist kein Gesetz, sondern Ausdruck sozialer Normen, welche für alle Mitglieder des Vereins für Socialpolitik gelten. Die Herausgeber und Gutachter der vereinseigenen Zeitschriften sind, ebenso wie die am Einreichungsprozess der Vereinstagungen beteiligten Gutachter, diesem Kodex in besonderer Weise verpflichtet. Der Verein für Socialpolitik setzt sich aber auch dafür ein, dass sich andere Fachzeitschriften aus dem deutschsprachigen Sprachraum gemäß dem Kodex verhalten.

 

 

Aufnahme in die Vereinssatzung

Die Mitglieder des Vereins für Socialpolitik haben den auf Anregung des ehemaligen Vorsitzenden des Vereins Lars-Hendrik Röller in zweijähriger Arbeit entstandenen Kodex im August 2012 mit überwältigender Mehrheit angenommen: Über 90 Prozent der Mitgliedschaft sprach sich für die Aufnahme des Kodex in die Vereinssatzung aus.

 

 

Organe

Mit der Aufnahme des Ethikkodex in die Satzung wurden zwei neue Vereinsorgane geschaffen: Zum einen eine Vertrauensperson, die als Ansprechpartner\-in für alle Probleme im Sinne des Kodex fungieren und das besondere Vertrauen der Mitglieder genießen soll. Zum anderen wird eine ständige Ethikkommission aus drei Mitgliedern geschaffen, welche auf Anfrage, insbesondere von Seiten der Vertrauensperson, aktiv wird und Handlungsempfehlungen für den Vorstand erarbeiten soll. Diese beiden Organe werden die Fortentwicklung des Kodex maßgeblich mitgestalten.

 

 

Den Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik

 

Fassung vom 21. Juli 2012

 

 

 

 I. Präambel

 

Die hohe gesellschaftliche Relevanz ökonomischer Fragestellungen gebietet es, an das professionelle Verhalten der Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler besonders hohe Anforderungen zu stellen. Bei der Erkenntnisfindung und Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse sind insbesondere folgende Prinzipien zu beachten:

1) Transparenz bei allen professionellen Aktivitäten;

2) Objektivität und Unabhängigkeit in der Analyse und bei wirtschaftspolitischen Empfehlungen;

3) Fairness gegenüber allen Betroffenen bei der Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten sowie bei der Beurteilung und Verwendung von Forschungsergebnissen.

 

Der Verein für Socialpolitik unterstützt die Bemühungen der maßgeblichen nationalen und internationalen Forschungsförderorganisationen um die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Die Mitglieder des Vereins sind gehalten, die entsprechenden Vorgaben sorgfältig zu befolgen. Insbesondere verpflichtet der Verein seine Mitglieder auf die im folgenden Kodex zusammengefassten Regeln:

 

 

 

II. Kodex des guten wissenschaftlichen Verhaltens für Ökonomen

 

1.   Forschung soll transparent und nachvollziehbar sein. Die zugrundeliegenden Annahmen sollen deutlich werden. Bei empirischen Arbeiten sollen, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten, die verwendeten Datensätze und Programme zur Replikation der Ergebnisse verfügbar gemacht werden.

 

2.   Der Stand der Forschung ist auf angemessene Weise und nach den herrschenden Normen zu würdigen. Alle relevanten Quellen sind aufzuführen. Dies gilt auch für eigene Arbeiten.

 

3.   In wissenschaftlichen Arbeiten (einschließlich Diskussionspapieren) sind alle in Anspruch genommenen Finanzierungsquellen, Infrastruktureinrichtungen und sonstigen externen Unterstützungen in Form einer Fußnote oder einer ausführlichen Dokumentation auf der Webseite des Autors anzugeben.

 

4.  In wissenschaftlichen Arbeiten sind Sachverhalte zu benennen, die auch nur potentiell zu Interessenskonflikten oder Befangenheit des Autors/der Autorin führen könnten. Diese Regel soll nach Möglichkeit auch bei Veröffentlichungen in den Nicht-Fach-Medien angewandt werden. 

 

5. Wirtschaftspolitische Beratung soll nach professionellen Standards erfolgen. Dabei ist auf den Unterschied zwischen Meinung, Werturteil und Tatsachenbeschreibung zu achten.

 

6.   Wissenschaftliche Gutachten sind unvoreingenommen und ergebnisoffen zu erstellen. Das Ergebnis der Analyse soll von der Interessenlage des Auftraggebers unbeeinflusst sein.

 

7.   Darf eine wissenschaftliche Arbeit, ein Bericht oder ein Gutachten nicht ohne vorherige Einwilligung Dritter veröffentlicht werden, so ist dieser Sachverhalt bei der Veröffentlichung kenntlich zu machen.

 

8.  Bei der Begutachtung und Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten und Förderanträge sind potentielle Befangenheiten und Interessenkonflikte zu benennen. Gegebenenfalls ist von einer Mitwirkung Abstand zu nehmen.

 

9.   Jedes Mitglied im Verein für Socialpolitik ist angehalten, sein eigenes Verhalten nach diesem Kodex auszurichten und ein entsprechendes Verhalten auch von anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einzufordern. 

 

 

 

III. Umsetzung

 

1.   Der Ethikkodex wird auf der Website des Vereins für Socialpolitik veröffentlicht.

  

2.  Die Herausgeber und Gutachter der vereinseigenen Zeitschriften sind diesem Kodex besonders verpflichtet. Veröffentlichungen müssen den in diesem Kodex genannten Bedingungen genügen.

 

3.   Der Verein setzt sich dafür ein, dass alle wirtschaftswissenschaftlichen Veröffentlichungsorgane im deutschsprachigen Raum diesem Standard entsprechen.

 

4.   Eine Ethikkommission und eine Vertrauensperson beraten den Vorstand in forschungsethischen Fragen:

 

·     Der Verein, vertreten durch den Erweiterten Vorstand, setzt eine Vertrauensperson für ethische Angelegenheiten ein. Sie soll das besondere Vertrauen der Mitgliedschaft genießen, als Ansprechpartner in allen diesen Kodex betreffenden Belangen dienen und in Konfliktfällen nach Möglichkeit vermitteln. Sie wird auf Vorschlag des engeren Vorstands durch den Erweiterten Vorstand für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt.

 

·      Der Verein richtet eine ständige Ethikkommission ein, deren drei Mitglieder auf Vorschlag des engeren Vorstands durch den Erweiterten Vorstand für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt werden. Sie wird im Bedarfsfall, insbesondere auf Verlangen der Vertrauensperson, aktiv. Die Ethikkommission berät die an sie herangetragenen Anfragen und erarbeitet gegebenenfalls Handlungsempfehlungen für den engeren Vorstand.

 

·      Die Ethikkommission und die Vertrauensperson berichten einmal im Jahr dem Erweiterten Vorstand über ihre Tätigkeit.

 

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