In eigener Sache - ein Follow-up

In eigener Sache - ein Follow-up

 

Norbert Häring kommentiert meinen Vortrag bei der Handelsblattkonferenz letzte Woche und mein FAZIT Interview zum Thema.

 

Ich finde das ehrlich gesagt unglaublich (also nicht dass er kommentiert, sondern was er schreibt), und solche Kommentare sind genau die Ursache, warum Ökonomen oft frustriert sind mit Journalisten und irgendwann ganz aussteigen aus dem Geschäft, Ihre Forschung und wirtschaftspolitischen Überzeugungen zu kommunizieren, und sich eben in die Akademie zurückziehen. Wohlgemerkt: ich beschwere mich nicht wegen der harten Auseinandersetzung, die wir brauchen. Aber als Minimum einer fruchtbaren Diskussion muss vorausgesetzt sein, dass man einander zuhört und den anderen zu verstehen sucht. Norbert Häring ist aber leider einer dieser zu abertausenden das Internet bevölkernden Trolle, mit denen man offensichtlich einfach nicht diskutieren kann.

 

Worum geht es? Norbert Häring behauptet, dass ich in meiner Keynote eine (überhebliche) Apologetik der DSGE Modelle geliefert habe. Genau das Gegenteil ist der Fall, bzw. ich habe folgende Differenzierung vorgeschlagen (die ich auch schon vorher in die öffentliche Debatte eingebracht habe): DSGE als konkrete Modellklasse (siehe etwa Smets and Wouters, AER 2007) versus DSGE als Modellierungsphilosophie. Erstere haben natürlich gravierende Lücken, die alle im Vortrag genannt wurden. Natürlich werden diese Modelle nicht überleben genauso wie ISLM nicht überlebt hat, bzw. nur bedingt überlebt hat als Heuristik und pädagogisches Werkzeug. Letztere wird bleiben, das meine ich sowohl positiv (als Vorhersage) als auch normativ (es gibt keine bessere Alternative, denn wer kann ernsthaft behaupten, dass wir statische deterministische Partialgleichgewichtsmodelle als makroökonomisches Analysetool brauchten). Hier ist der Link zum Video und hier zu den Folien. Man muss nur hören und lesen können. Gar nicht so schwer.

 

 

Autor: Rüdiger Bachmann (Nachwuchsbeauftragter). Die hier geäußerten Meinungen sind nicht unbedingt die Sicht des Vereins für Socialpolitik.