Die Pluralen auf Fazit

Die Pluralen auf Fazit

 

Wollen uns irgendwie eine Verhaltenstherapie verordnen.

 

Ich finde, der Artikel zeigt sehr schön, um was es den Pluralen wirklich geht. Es geht um eine letztlich linke gesellschaftspolitische Ideologie (die Verhunzung der deutschen Sprache mit ihrem nervtötenden Genderunterstrich ist dabei noch das Harmloseste), die in der Wissenschaft, und sei sie auch noch so Sozialwissenschaft, keinen Platz hat. Und niemand lasse sich irre machen: die Mainstreamökonomik ist trotz gegenteiliger Behauptungen der Pluralen beweisbar nicht so ideologisch festgefügt. Im Übrigen sollte man sich das Schicksal der Geisteswissenschaften und anderen Sozialwissenschaften in den USA, die in die Bedeutungslosigkeit gefallen sind, durchaus als Warnung dienen lassen: wer so dumpf Ideologie betreibt, der wird über kurz oder lang in der Tat akademisch und gesellschaftlich bedeutungslos. Den Schritt sollte die Ökonomik nie gehen.

 

Desweiteren reißt natürlich der neoklassiche Homo oeconomics diesen Menschen schonungslos die Maske vom Gesicht und zeigt gerade dadurch seine ungeheure Erklärungskraft: es geht den Pluralen, wie schon länger von mir vermutet,  letztlich um Töpfe, Ressourcen und Macht. Wenigstens ehrlich: "An diese Unterscheidung schließen sich Inhalte von Lehrveranstaltungen, Lehrstuhlbesetzungen und die Vergabe von Forschungsgeldern an, aber auch, in welchen Journals publiziert werden kann." Die Kommentatoren des Beitrags sehen das im übrigen ganz deutlich.

 

Nicht viel besser ist auch ein anderer Beitrag mit Pluralen, von einem Kommentator gepostet. Frage: warum sind es eigentlich hauptsächlich Studenten der Politikwissenschaften, der Wirtschaftsgeographie oder der BWL, die die Mainstream-VWL kritisieren? Finde ich irgendwie komisch. Aber noch viel schlimmer, man lese mal folgendes Statement in dem Interview: "Während die Neoklassik die Ursachen des Wirtschaftswachstums vor allem in der Zunahme des Kapitalstocks sieht, berücksichtigen evolutionäre Theorien das Zusammenspiel von technologischem Wandel, Wettbewerb, Unternehmensgründungen sowie dem Wissen und den Fähigkeiten der Arbeitskräfte."

 

Wenn ich so etwas lese, dann sträuben sich mir alle Haare. Entweder ist die VWL Lehre in Deutschland (jedenfalls an der betreffenden Uni) grottenschlecht oder diese Studenten einfach intellektuell zu schwach (ich bin immer noch geneigt ersteres anzunehmen). Wer das Solow Model auch nur rudimentär verstanden hat, weiß, dass es gerade nicht die Kapitalstockakkumulatation ist, die Wachstum, Wachstums- und Einkommensunterschiede erklären kann, sondern der technologische Fortschritt. Das ist wirklich elementar. Wer so die neoklassische Theorie nicht versteht, kann nicht Ernst genommen werden, wenn er sie kritisiert.