Berliner Nobelpreisvorlesung

Berliner Nobelpreisvorlesung

 

Jeden Dezember veranstaltet die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Humboldt Universität eine "Nobel Prize Lecture" in der Heilig-Geist-Kapelle, dem ältesten Kirchengebäude Berlins und Festsaal des Hauses.

 

Das Konzept wurde ursprünglich aus dem damaligen Sonderforschungsbereich 649 geboren und findet ununterbrochen seit 2006 statt. Trotz des zugegebenermaßen prätentiös klingenden Namens geht es hierbei um reine Kommunikation -- die Vermittlung der häufig in den Medien unscharf oder sogar falsch dargestellten Leistungen der Wirtschaftsnobelpreisträger. In einer Welt der Tweets und RSS-Newsfeeds gibt es selten eine tiefschürfende Analyse der Hintergründe der honorierten Forschung bzw. der forschenden Person. Diese Veranstaltung bietet Studenten eine Gelegenheit zur Reflexion und Diskussion mit Professoren im Fach. Vor allem soll vermittelt werden, dass Forschung in den Wirtschaftswissenschaften nicht nur sehr anspruchsvoll sein kann, sondern auch schwierig ist. Ich werde immer an ein Gespräch mit meinem Vater erinnert, als er mich als frisch gebackenen Doktoranden anrief und fragte, wofür der Nobelpreisträger gewürdigt wird. "Dafür kriegt man den Nobelpreis?" fragte der Arzt etwas spöttisch. "Das liegt doch auf der Hand!" Ich habe allerdings festgestellt, dass nach einigen Minuten harter Arbeit die Erkenntnis durchdrang, dass die Leistung des Wirtschaftsnobelpreisträgers doch anspruchsvoll und interessant war.

 

Das Format ist schlicht aber effektiv: In einem 30-45-minütigen Vortrag, gehalten von einem fachnahen Fakultätsmitglied, werden die Forschungsleistungen in einfachen Sätzen dargestellt. Vor allem wird Wert darauf gelegt, eine klar formulierte Forschungsfrage oder ein Rätsel in den Vordergrund zu stellen. Danach gibt es eine "Sofa-Diskussion" mit zwei ausgewählten Kollegen, die manchmal von einem Dritten moderiert wird. Zum Schluss gibt es reichlich Zeit für Diskussion mit den Teilnehmern, die erfahrungsgemäß nicht nur Studenten, sondern auch Leute aus Berliner Journalisten-, Politiker- und Ministerialkreisen. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Fakultät und ihres Fördervereins statt. Unmittelbar nach der Veranstaltung folgt ein Empfang für alle Teilnehmer mit Sekt und Brezeln.

 

Die diesjährige Nobelpreisvorlesung wird am 13.12.2017 von Dirk Engelmann zum Ouevre von Richard Thaler gehalten. Für weitere Informationen über vergangene Nobelpreisvorlesungen siehe http://nobelpreisvorlesung.wiwi.hu-berlin.de/   

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